Die Entwicklung der "Modernen Mau"
Die Prinzessin und Baba
Der amerikanische Beginn

Die weißrussische Prinzessin Natalie Troubetskoy entdeckte auf ihren Reisen in Ägypten getupfte Katzen, die sie als Egyptian Mau erkannte. In ihrer Exilheimat Italien gelang es ihr, zwei dieser Maus in ihren Besitz zu bekommen: Gregorie, einen 11 Jahre alten, schwarzen Kater, und Lulu, ein silbernes Mädchen. Einige Zeit später bekam sie durch ihre diplomatischen Beziehungen einen smoke Kater aus Syrien – Geppa. 1953 und 1954 bekam sie daraus ihre ersten beiden Würfe in Italien. 1956 emigrierte sie nach Amerika und nahm 3 der von ihr gezüchteten Katzen mit: Jojo, Liza und Baba, die die Basis ihrer Cattery „Fatima" bildeten. 1958 registrierte sie ihren Cattery-Namen und 10 Egyptian Maus. Die drei Farben silber, bronze und smoke wurden auf den Shows anerkannt.  Ab und zu kamen in ihren Würfen auch schwarze Maus vor, die zwar für die Zucht verwendet, aber nicht ausgestellt werden durften. Während der folgenden Jahre meldeten andere Züchter, dass in ihren Würfen die Farbe blau vorkam. Einige der Züchter versuchten auch diese Farbe anerkennen zu lassen, worauf sie 1997 den AOV-Status von der CFA bekam.
Durch den Einsatz der Prinzessin (Fatima) und einer Anzahl anderer Züchter (Polka Dots, Far East, Sangpur,...) ist diese auffällige Katze durch ihre schillernde Erscheinung stetig populärer geworden, war aber noch immer selten auf  Katzenausstellungen zu sehen.
Die Katzen, die aus den ursprünglichen Linien der Fatima-Cattery stammen, nennt man „Traditionell". Bekannt für ihre Intelligenz und bestechende Kopfform wurden sie vor kurzer Zeit verpaart mit Tieren, die wir als „Indian Line" bezeichnen, um Maus zu bekommen mit einem markanten Kopf, noch besserem Kontrast und Zeichnung.

Die „Indian Line"

1980 importierte Jean Mill zwei Maus, Toby und seine Schwester Tashi, nach Amerika. Geboren waren sie in Ägypten und beide waren warm bronze. Zu Beginn der 80er Jahre wurden sie als erstes von der TICA anerkannt, kurz danach von der CFA. Später wurden diese importierten Maus die „Indian Line" genannt. Das Einbringen neuen Blutes sorgte für die Verdoppelung des Genpools, was wegen der notwendig gewordenen Inzucht in den traditionellen Linien dringend nötig war. Durch das neue Blut konnte sich die Rasse gesund weiter entwickeln.

 

toby the first indian line male
Der europäische Beginn

 Eur.CH Zaynzalbar Amon, eine der ersten Maus in Europa

Nach dem 2. Weltkrieg waren die Maus in Europa so gut wie ausgestorben und wurden nicht mehr weiter gezüchtet. Jahre danach jedoch wurde die Mau wieder nach Europa eingeführt. Drei Züchter –aus der Schweiz, Italien und den Niederlanden- importierten unabhängig voneinander Maus aus Amerika, größtenteils aus traditionellen Linien. Die Rasse wurde bald von den unabhängigen Katzenvereinigungen anerkannt, die FIFé folgte später.
Durch das Ausstellen dieser Katzen auf europäischen Shows wurde auch diese Rasse populärer, und es wurden Egyptian Maus aus Amerika auch nach Frankreich und Deutschland importiert. Da der Genpool in Europa noch immer klein ist, werden auch heute noch öfters Katzen aus Amerika importiert. Inzwischen hat auch, trotz einigen Widerstandes, die „Indian Line" in Europa Einzug gehalten. Einige engagierte Züchter haben sich der Reinhaltung dieser Rasse verschrieben, die als „Natural Breed" gilt. D.h., die ersten Tiere wurden der ursprünglichen Population entnommen und sie dürfen –auch heute noch-  mit keiner anderen Rasse vermischt werden, was die Zucht weiter erschwert. Deshalb ist die Egyptian Mau trotz der steigenden Popularität in Europa eine noch seltene Rasse.